Spanngurte
Spanngurte für professionelle Veranstaltungstechnik – Dein Experte für Ladungssicherung
Spanngurte sind im Veranstaltungsbereich unverzichtbar: Ob Du Flight-Cases zum nächsten Event transportierst, Bühnenpodeste sichern oder Traversensysteme für den Transport fixieren musst – die richtige Ladungssicherung schützt Dein wertvolles Equipment und erfüllt gesetzliche Anforderungen. Bei LTT findest Du Spanngurte, die speziell auf die Anforderungen der Veranstaltungstechnik zugeschnitten sind: von kompakten Gurten für kleinere Cases bis zu Schwerlast-Zurrgurten für große Rigging-Komponenten. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Branche wissen wir genau, worauf es ankommt – und liefern Dir normgerechte Qualität, die im harten Touring-Alltag besteht.
Was sind Spanngurte und wie funktionieren sie?
Spanngurte – auch Zurrgurte genannt – sind textile Ladungssicherungsmittel aus hochfestem Polyester-Gurtband, die mit einer Ratsche oder einem Klemmschloss ausgestattet sind. Durch das Spannen des Gurtes wird eine Vorspannkraft (STF) erzeugt, die die Ladung gegen Verrutschen, Kippen oder Herabfallen sichert. Im Gegensatz zu starren Anschlagmitteln wie Ketten sind Spanngurte flexibel, leicht und schonen empfindliche Oberflächen – ideal für den Transport von Aluminium-Traversen, Lautsprechern oder Lichtequipment.
Die Funktionsweise basiert auf zwei Prinzipien: Niederzurren (Kraftschluss) presst die Ladung durch die Vorspannkraft auf die Ladefläche und erhöht so die Reibung. Diagonalzurrung (Formschluss) verhindert durch schräg verlaufende Gurte das Verschieben der Ladung in Längs- und Querrichtung. Beide Methoden werden in der Veranstaltungslogistik kombiniert eingesetzt, um maximale Sicherheit zu gewährleisten.
Im Vergleich zu Rundschlingen, die primär zum Heben verwendet werden, sind Spanngurte ausschließlich für die horizontale Ladungssicherung konzipiert. Während Anschlagketten höhere Punktlasten aufnehmen, bieten Spanngurte durch ihre Flächenverteilung eine schonendere Sicherung – besonders wichtig bei lackierten Cases oder pulverbeschichteten Traversen. Die Gurtbandbreite variiert typischerweise zwischen 25 mm (für leichte Lasten bis 800 kg) und 75 mm (für Schwerlastanwendungen bis 5000 kg Zugkraft).
Anwendungsgebiete in der Event- und Veranstaltungsbranche
In der Veranstaltungstechnik sind Spanngurte das Arbeitspferd für jeden Transport: Flight-Cases und Equipment-Racks werden auf Sprintern und LKWs mit zweiteiligen Zurrgurten gesichert, wobei die Ratsche eine schnelle Handhabung bei häufigem Be- und Entladen ermöglicht. Besonders bei Touring-Produktionen, wo täglich auf- und abgebaut wird, bewähren sich Gurte mit Langhebelratschen – sie bieten höhere Vorspannkräfte bei geringerem Kraftaufwand.
Traversensysteme und Rigging-Komponenten erfordern besondere Aufmerksamkeit: Naxpro-Truss FD31-44 oder HD31-44 Traversen mit ihren 50⌀ Rohren werden horizontal liegend transportiert und müssen gegen Verrutschen gesichert werden. Hier kommen 50 mm breite Spanngurte mit LC 2500 daN zum Einsatz, oft in Kombination mit Kantenschutzwinkeln, um die pulverbeschichtete Oberfläche zu schonen. Bei längeren Transporten empfehlen sich zusätzlich Antirutschmatten unter den Traversen, um den Reibwert zu erhöhen.
Bühnenpodeste wie Bullstage-Elemente werden gestapelt transportiert – hier sichern einteilige Umreifungsgurte die kompakte Einheit. Für den Transport von Motorkettenzügen, Steuerungen und empfindlicher Lichttechnik in Rollwagen sind kleinere Gurte mit 25 mm Breite und Klemmschloss ideal: Sie lassen sich schnell anlegen und nehmen wenig Platz weg.
Auch im Messebau sind Spanngurte unverzichtbar: Displaywände, Promotionmaterial und modulare Standsysteme werden damit fixiert. Die schnelle Verfügbarkeit und einfache Handhabung machen Spanngurte zur ersten Wahl, wenn es um flexible, normgerechte Ladungssicherung geht. Ergänzend zu Spanngurten findest Du bei uns auch Anschlagmittel für vertikale Hebearbeiten – die perfekte Kombination für ganzheitliche Sicherheit.
Qualität und Profi-Anspruch: Worauf Du beim Kauf achten solltest
Professionelle Spanngurte für die Veranstaltungstechnik müssen höchsten Ansprüchen genügen – Billigware vom Baumarkt hat im Touring-Einsatz nichts verloren. Achte auf die Norm EN 12195-2, die alle Anforderungen an Zurrgurte definiert: Materialfestigkeit, Nahtausführung, Kennzeichnung und Prüfkriterien. Jeder Gurt muss ein blaues Etikett (bei Polyester-Gurtband) tragen, auf dem die Zugkraft (LC-Wert in daN), die Vorspannkraft (STF), der Hersteller und das Herstellungsjahr vermerkt sind. Wichtig: Das CE-Zeichen darf auf Spanngurten nicht angebracht werden – es handelt sich nicht um persönliche Schutzausrüstung.
Der LC-Wert (Lashing Capacity) gibt die maximal zulässige Zugkraft an und ist entscheidend für die Auswahl: Für Standard-Flight-Cases mit 50–100 kg Gewicht reichen Gurte mit LC 1000 daN (entspricht 1000 kg Zugkraft), für schwere Lautsprecher-Arrays oder Traversen-Pakete sollten es LC 2500 daN oder mehr sein. Die Vorspannkraft STF liegt typischerweise bei 25–50 % des LC-Wertes und bestimmt, wie fest Du den Gurt spannen kannst, ohne ihn zu überlasten.
Gurtbandbreite und Material: 25 mm Gurte (LC 400–800 daN) eignen sich für leichte Lasten, 35 mm (LC 1000–1500 daN) für mittlere Anwendungen, 50 mm (LC 2000–2500 daN) sind der Standard im Veranstaltungsbereich, während 75 mm Gurte (LC 5000 daN) für Schwerlast-Rigging reserviert sind. Hochwertiges Polyester-Gurtband ist UV-beständig, abriebfest und hat eine geringe Dehnung – entscheidend für dauerhafte Sicherheit.
Ratschen und Endbeschläge: Druckratschen sind kompakt und schnell zu bedienen, Langhebelratschen bieten höhere Vorspannkräfte mit weniger Kraftaufwand – ideal für schwere Lasten. Bei den Haken unterscheidet man Spitzhaken (universell einsetzbar), Sicherungszurrhaken mit Sicherungsklappe (verhindert unbeabsichtigtes Aushängen) und Flachhaken für Zurrschienen. Achte darauf, dass Ratschen und Haken mit dem LC-Wert gekennzeichnet sind (ab 5 kN Pflicht).
Marken wie Riggatec, Doughty und Spanngurt-Spezialisten bieten geprüfte Qualität für den professionellen Einsatz. Preisspannen liegen zwischen 8 € für einfache 25 mm Gurte und 40 € für hochwertige 50 mm Schwerlastgurte mit Langhebelratsche – eine Investition, die sich durch Langlebigkeit und Sicherheit auszahlt.
DGUV Vorschrift 17 und Prüfpflichten im Veranstaltungsbereich
In der Veranstaltungstechnik gelten besondere Sicherheitsvorschriften: Die DGUV Vorschrift 17 (ehemals BGV C1) regelt den Einsatz von Arbeitsmitteln in Bühnen- und Studiobetrieben. Spanngurte fallen als Ladungssicherungsmittel zwar nicht direkt unter diese Vorschrift, unterliegen aber der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), die für alle Arbeitsmittel gilt – und damit auch für Zurrgurte, die im gewerblichen Kontext eingesetzt werden.
Prüfpflichten konkret: Vor jeder Benutzung ist eine Sichtprüfung Pflicht. Kontrolliere Gurtband, Nähte, Ratsche, Haken und das Kennzeichnungsetikett auf Risse, Einschnitte, Verformungen, Korrosion oder Verschleiß. Bereits ein einzelnes Kriterium führt zur Ablegereife – der Gurt darf dann nicht mehr verwendet werden. Mindestens einmal jährlich muss eine Prüfung durch eine sachkundige oder befähigte Person erfolgen. Diese Person verfügt über fachliche Ausbildung im Bereich Ladungssicherung, praktische Erfahrung im Umgang mit Zurrgurten sowie Kenntnisse der relevanten Vorschriften (VDI 2700 Blatt 3.1). Die Prüfung muss dokumentiert werden – ein Prüfprotokoll mit Datum, Prüfer und Ergebnis ist Pflicht.
Ablegereife-Kriterien im Detail: Gurtband mit Einschnitten oder Garnbrüchen von mehr als 10 % des Bandquerschnitts, Einschnitte über die gesamte Breite, beschädigte Nähte, Wärmeverformungen (z. B. durch Reibung an scharfen Kanten), Chemikalienschäden oder ein fehlendes bzw. unleserliches Etikett führen zur sofortigen Aussonderung. Bei Ratschen und Haken sind Risse, Brüche, Verformungen, eine Aufweitung des Hakenmauls um mehr als 5 % oder starke Korrosion K.O.-Kriterien. Knoten oder eigenständige Reparaturen sind unzulässig – eine Instandsetzung darf ausschließlich durch den Hersteller erfolgen.
Im Touring-Alltag empfiehlt sich ein Prüfintervall von 6 Monaten bei intensiver Nutzung, da Spanngurte durch häufiges Be- und Entladen, Witterungseinflüsse und mechanische Beanspruchung schneller verschleißen. Dokumentiere jede Prüfung und kennzeichne geprüfte Gurte mit einem Prüfaufkleber – das schafft Rechtssicherheit und zeigt Professionalität gegenüber Auftraggebern und Behörden.
Für den Einsatz in Verbindung mit Rigging-Komponenten wie Kettenzügen oder Anschlagketten gelten zusätzlich die Vorgaben der DGUV Vorschrift 17 – eine ganzheitliche Betrachtung der Sicherheitskette ist entscheidend.
Spanngurte richtig anwenden: Niederzurren vs. Diagonalzurrung
Die korrekte Anwendung von Spanngurten entscheidet über Sicherheit und Effizienz. In der Veranstaltungstechnik kommen zwei Hauptmethoden zum Einsatz: Niederzurren und Diagonalzurrung – oft in Kombination, um maximale Sicherheit zu erreichen.
Niederzurren (Kraftschluss)
Beim Niederzurren wird der Spanngurt senkrecht über die Ladung geführt und mit der Ratsche gespannt. Die entstehende Vorspannkraft presst die Ladung auf die Ladefläche und erhöht so die Reibung zwischen Ladung und Unterlage. Diese Methode eignet sich besonders für flächige, schwere Lasten wie gestapelte Flight-Cases oder Bühnenpodeste. Die Anzahl der benötigten Gurte hängt vom Gewicht, der Reibung (Gleitreibungskoeffizient μ) und der Beschleunigung ab – die VDI 2700 gibt hier detaillierte Berechnungsformeln vor.
Praxistipp: Verwende Antirutschmatten unter der Ladung, um den Reibwert von typisch 0,3 (Holz auf Metall) auf 0,6 oder höher zu steigern – das reduziert die Anzahl benötigter Gurte erheblich. Bei LTT findest Du passende Antirutschmatten für verschiedene Anwendungen.
Diagonalzurrung (Formschluss)
Bei der Diagonalzurrung werden Spanngurte schräg (ca. 45°) von der Ladung zu den Zurrpunkten geführt. Diese Methode verhindert das Verschieben der Ladung in Längs- und Querrichtung durch direkten Kraftschluss – unabhängig von der Reibung. Diagonalzurrung ist die erste Wahl für hohe, schmale Lasten wie aufrecht stehende Traversen-Pakete oder Lautsprecher-Türme, die zum Kippen neigen.
Wichtig: Jede Diagonale muss in beide Richtungen gesichert sein – bei vier Zurrpunkten (vorne links/rechts, hinten links/rechts) ergibt das vier Gurte, die ein X-Muster bilden. Der Winkel sollte zwischen 30° und 60° zur Ladefläche liegen – flachere Winkel reduzieren die Wirksamkeit.
Kombinierte Sicherung
In der Praxis kombinierst Du beide Methoden: Schwere Flight-Cases werden zunächst durch Niederzurren fixiert, zusätzliche Diagonalgurte verhindern das Verrutschen bei Vollbremsungen oder Ausweichmanövern. Für den Transport von Naxpro-Truss Traversen empfiehlt sich eine Kombination aus Niederzurren (gegen Abheben) und Diagonalzurrung (gegen Längsverschiebung).
Kantenschutz nicht vergessen: Scharfe Kanten an Traversen oder Cases können das Gurtband beschädigen. Verwende Kantenschutzwinkel aus Kunststoff oder Gummi – sie schützen sowohl den Gurt als auch die Ladung und erhöhen durch die größere Auflagefläche den K-Faktor (Kraftverteilungsfaktor), was zu höheren Vorspannkräften führt.
Häufige Fehler vermeiden
- Zu lockeres Spannen: Die Vorspannkraft muss ausreichend sein – ein „handfest“ gespannter Gurt reicht nicht. Nutze die Ratsche vollständig.
- Verdrehtes Gurtband: Das Band muss plan aufliegen, Verdrehungen reduzieren die Festigkeit um bis zu 50 %.
- Falsche Zurrpunkte: Verwende nur zugelassene Zurrpunkte (Zurrschienen, Zurringe) – niemals an Aufbauteilen oder Leitungen befestigen.
- Überlastung: Der LC-Wert darf niemals überschritten werden – bei Unsicherheit lieber einen Gurt mehr verwenden.
LTT – Dein Experte für Veranstaltungstechnik und Ladungssicherung
Bei LTT erhältst Du nicht nur Spanngurte, sondern das komplette Know-how aus über 25 Jahren Veranstaltungstechnik. Als Hersteller von Naxpro-Truss Traversensystemen und Riggatec Rigging-Komponenten wissen wir genau, welche Anforderungen im Touring-Alltag gelten – und welche Ladungssicherung Dein Equipment wirklich schützt. Unser Sortiment umfasst Spanngurte in allen gängigen Ausführungen: von kompakten 25 mm Klemmschlossgurten für leichte Cases bis zu robusten 50 mm Schwerlastgurten mit Langhebelratsche für Traversen-Transporte.
Alle Spanngurte entsprechen der EN 12195-2 und werden regelmäßig geprüft – Du erhältst normgerechte Qualität mit vollständiger Dokumentation. Ergänzend bieten wir Dir Kantenschutzwinkel, Antirutschmatten und weiteres Zubehör, um Deine Ladungssicherung zu optimieren. Auch für spezielle Anforderungen wie bedruckte Gurte oder Sonderlängen findest Du bei uns Lösungen.
Deine Vorteile bei LTT: Versandkostenfrei ab 69 €, Express-Versand für eilige Produktionen, 3 Jahre LTT-Garantie auf alle Eigenmarken und kompetente Beratung durch Praktiker, die selbst auf der Bühne stehen. Ob Du einzelne Gurte für Dein Lager benötigst oder eine Großbestellung für Deine Flotte planst – wir liefern schnell und zuverlässig aus unserem Lager in Bocholt.
Für eine ganzheitliche Sicherheitslösung kombiniere Spanngurte mit unseren Fangseilen und Sicherungsseilen für Overhead-Rigging oder ergänze Deine Ausstattung mit professionellen Arbeitskleidung und PSA für Dein Team. LTT – Dein zuverlässiger Partner für Veranstaltungstechnik, Rigging und Ladungssicherung.
Spanngurte vs. alternative Sicherungssysteme im Veranstaltungsbereich
Neben Spanngurten gibt es weitere Ladungssicherungsmittel – jedes mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Die Wahl hängt von der Ladung, dem Transportmittel und der Häufigkeit des Be- und Entladens ab.
Zurrketten bieten höhere Zugfestigkeiten (bis 10.000 daN) und sind unempfindlich gegen scharfe Kanten oder UV-Strahlung. Sie eignen sich für Schwerlast-Anwendungen wie Stahlträger oder große Motorkettenzüge. Nachteile: höheres Gewicht, aufwendigere Handhabung und das Risiko von Oberflächenbeschädigungen an lackierten oder pulverbeschichteten Teilen. Für Standard-Equipment in der Veranstaltungstechnik sind Spanngurte die praktischere Wahl.
Rundschlingen werden primär zum Heben verwendet, können aber auch zur Ladungssicherung eingesetzt werden – etwa als Umreifung für zylindrische Lasten. Sie sind schonend und flexibel, bieten aber keine Ratsche zum Nachspannen. Im Rigging-Bereich sind Rundschlingen unverzichtbar, für die horizontale Transportsicherung jedoch weniger geeignet als Spanngurte.
Netze und Planen sichern lose Kleinteile oder schützen vor Witterung, ersetzen aber keine kraftschlüssige Ladungssicherung. Sie werden ergänzend zu Spanngurten eingesetzt, etwa bei offenen Transportern oder für Outdoor-Events.
Klemmschlossgurte sind eine Unterkategorie der Spanngurte: Statt einer Ratsche wird ein Klemmschloss verwendet, das schneller zu öffnen ist, aber geringere Vorspannkräfte zulässt. Sie eignen sich für leichte Lasten bis 800 kg und häufiges Be- und Entladen – ideal für kleine Cases oder Zubehör.
Fazit: Für die Veranstaltungstechnik sind Spanngurte mit Ratsche die optimale Lösung: Sie kombinieren hohe Sicherheit, einfache Handhabung, Oberflächenschonung und Flexibilität. Ergänze sie mit Kantenschutz und Antirutschmatten für maximale Effizienz – und mit Spannfixen für die schnelle Fixierung von Kabeln und Kleinteilen.
FAQ – Fragen & Antworten
Ein Spanngurt darf nicht mehr genutzt werden, wenn er Ablegereife-Kriterien erfüllt, die seine Sicherheit beeinträchtigen. Zu diesen Kriterien gehören: Einschnitte oder Garnbrüche von mehr als 10 % des Gurtband-Querschnitts, Einschnitte über die gesamte Bandbreite, beschädigte oder aufgetrennte Nähte, Wärmeverformungen durch Reibung oder Hitze, Chemikalienschäden (z. B. durch Säuren oder Laugen), ein fehlendes oder unleserliches Kennzeichnungsetikett sowie Schäden an Ratsche oder Haken wie Risse, Brüche, Verformungen oder eine Aufweitung des Hakenmauls um mehr als 5 %. Auch starke Korrosion an Metallteilen führt zur Ablegereife. Knoten im Gurtband oder eigenständige Reparaturen sind unzulässig – eine Instandsetzung darf ausschließlich durch den Hersteller erfolgen. Die Verwendung beschädigter Spanngurte gefährdet die Ladungssicherung und verstößt gegen die Betriebssicherheitsverordnung sowie die EN 12195-2.
Um einen Spanngurt richtig zu befestigen, führe zunächst das Losende (ohne Ratsche) durch einen zugelassenen Zurrpunkt (Zurrschiene, Zurröse) und lege es über oder um die Ladung. Achte darauf, dass das Gurtband nicht verdreht ist und plan aufliegt. Hake das Losende am gegenüberliegenden Zurrpunkt ein und führe das Festende (mit Ratsche) ebenfalls zu einem Zurrpunkt. Öffne die Ratsche vollständig, indem Du den Hebel nach oben klappst, und fädle das Gurtband von unten durch den Ratschen-Schlitz. Schließe den Ratschenhebel und pumpe mehrmals, bis der Gurt straff gespannt ist – die Vorspannkraft sollte spürbar sein, aber den LC-Wert nicht überschreiten. Verwende bei scharfen Kanten Kantenschutzwinkel, um Gurtband und Ladung zu schützen. Kontrolliere nach dem Spannen, ob der Gurt sicher sitzt und nicht verrutschen kann. Bei Diagonalzurrung achte auf einen Winkel zwischen 30° und 60° zur Ladefläche für optimale Wirkung.
Alternativen zu Spanngurten in der Ladungssicherung sind Zurrketten, Rundschlingen, Netze, Planen und Klemmschlossgurte. Zurrketten bieten höhere Zugfestigkeiten (bis 10.000 daN) und eignen sich für Schwerlastanwendungen, sind aber schwerer und können empfindliche Oberflächen beschädigen. Rundschlingen werden primär zum Heben verwendet, können aber auch zur Umreifung zylindrischer Lasten dienen – sie bieten jedoch keine Ratsche zum Nachspannen. Netze und Planen sichern lose Kleinteile oder schützen vor Witterung, ersetzen aber keine kraftschlüssige Sicherung. Klemmschlossgurte sind eine Unterkategorie der Spanngurte mit schnellerer Handhabung, aber geringeren Vorspannkräften (bis 800 kg). Für die Veranstaltungstechnik sind Spanngurte mit Ratsche die optimale Lösung, da sie hohe Sicherheit, einfache Handhabung, Oberflächenschonung und Flexibilität kombinieren. Ergänzend können Antirutschmatten und Kantenschutzwinkel die Ladungssicherung optimieren.
Um einen Spanngurt richtig einzufädeln, öffne zunächst die Ratsche vollständig, indem Du den Hebel nach oben klappst, bis er einrastet. Führe das Gurtband von unten durch den Schlitz der Ratsche – die glatte Seite des Gurtbands sollte zur Ratsche zeigen, die raue Seite nach außen. Ziehe das Band so weit durch, bis es auf der anderen Seite der Ratsche herauskommt und straff anliegt. Schließe den Ratschenhebel langsam, sodass das Gurtband in der Ratsche eingeklemmt wird. Pumpe nun den Hebel mehrmals auf und ab, um den Gurt zu spannen – bei jedem Hub wird das Band weiter eingezogen und die Vorspannkraft erhöht. Achte darauf, dass das Gurtband während des Spannens nicht verdreht wird und plan aufliegt. Zum Lösen öffnest Du die Ratsche wieder vollständig und ziehst das Gurtband heraus. Bei zweiteiligen Spanngurten ist das Losende bereits fest mit einem Haken verbunden – Du fädelst nur das Festende durch die Ratsche ein.
Die Abkürzungen auf Spanngurten geben wichtige Leistungsdaten an: LC steht für „Lashing Capacity“ (Zurrkraft) und bezeichnet die maximal zulässige Zugkraft des Spanngurts in Dekanewton (daN). Ein LC-Wert von 2500 daN entspricht einer Zugkraft von 2500 kg. STF bedeutet „Standard Tension Force“ (Standard-Vorspannkraft) und gibt an, welche Kraft beim manuellen Spannen mit der Ratsche typischerweise erreicht wird – sie liegt meist bei 25–50 % des LC-Wertes. daN ist die Einheit Dekanewton, wobei 1 daN etwa 1 kg Gewichtskraft entspricht (exakt 1,02 kg). Diese Werte sind auf dem blauen Kennzeichnungsetikett des Gurtes aufgedruckt und müssen vor jeder Verwendung lesbar sein. Der LC-Wert bestimmt, für welche Lasten der Gurt geeignet ist: LC 1000 daN für mittlere Lasten, LC 2500 daN für Standard-Veranstaltungstechnik, LC 5000 daN für Schwerlast. Überschreite niemals den angegebenen LC-Wert, da sonst Materialversagen droht.
Die Wahl des richtigen Spanngurts hängt von Gewicht, Art und Transportbedingungen Deiner Ladung ab. Für leichte Flight-Cases und Zubehör (bis 50 kg) reichen 25 mm Gurte mit LC 400–800 daN und Klemmschloss oder kleiner Ratsche. Standard-Equipment wie mittlere Cases, Lautsprecher oder Lichtgeräte (50–150 kg) sicherst Du mit 35 mm Gurten (LC 1000–1500 daN) oder 50 mm Gurten (LC 2000–2500 daN) mit Druckratsche. Für schwere Traversen-Pakete, große Lautsprecher-Arrays oder Motorkettenzüge (über 200 kg) sind 50 mm Gurte mit LC 2500 daN und Langhebelratsche die richtige Wahl – sie bieten höhere Vorspannkräfte bei geringerem Kraftaufwand. Schwerlast-Rigging (über 500 kg) erfordert 75 mm Gurte mit LC 5000 daN. Achte auf die Endbeschläge: Spitzhaken sind universell, Sicherungszurrhaken mit Klappe verhindern unbeabsichtigtes Aushängen, Flachhaken passen in Zurrschienen. Kombiniere Spanngurte mit Kantenschutz und Antirutschmatten für optimale Sicherheit.
Spanngurte müssen gemäß Betriebssicherheitsverordnung vor jeder Benutzung einer Sichtprüfung unterzogen werden. Dabei kontrollierst Du Gurtband, Nähte, Ratsche, Haken und das Kennzeichnungsetikett auf Risse, Einschnitte, Verformungen, Korrosion oder Verschleiß. Mindestens einmal jährlich ist eine Prüfung durch eine sachkundige oder befähigte Person erforderlich, die über fachliche Ausbildung im Bereich Ladungssicherung, praktische Erfahrung und Kenntnisse der relevanten Vorschriften (VDI 2700 Blatt 3.1) verfügt. Diese Prüfung muss dokumentiert werden – ein Prüfprotokoll mit Datum, Prüfer und Ergebnis ist Pflicht. Im Touring-Alltag mit intensiver Nutzung empfiehlt sich ein Prüfintervall von 6 Monaten, da Spanngurte durch häufiges Be- und Entladen, Witterungseinflüsse und mechanische Beanspruchung schneller verschleißen. Kennzeichne geprüfte Gurte mit einem Prüfaufkleber für Rechtssicherheit und Nachvollziehbarkeit.
Nein, Spanngurte dürfen ausdrücklich nicht zum Heben oder für Rigging-Anwendungen verwendet werden. Sie sind ausschließlich für die horizontale Ladungssicherung konzipiert und nach EN 12195-2 zertifiziert – nicht als Anschlagmittel nach EN 1492. Für vertikale Hebearbeiten, das Anschlagen von Lasten an Kettenzügen oder Traversen-Rigging benötigst Du zugelassene Anschlagmittel wie Rundschlingen (EN 1492-2), Anschlagketten (EN 818) oder Anschlagseile (EN 1492-4). Diese sind speziell für vertikale Belastungen ausgelegt und verfügen über entsprechende Sicherheitsfaktoren. Der Einsatz von Spanngurten als Anschlagmittel ist lebensgefährlich und verstößt gegen die DGUV Vorschrift 17 sowie die Betriebssicherheitsverordnung. Bei LTT findest Du ein umfassendes Sortiment an zugelassenen Anschlagmitteln für professionelles Rigging – von Rundschlingen über Schäkel bis zu Anschlagketten. Verwende immer das richtige Arbeitsmittel für die jeweilige Anwendung.